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Tuberkulose

Informationen für Betroffene und Interessierte

Tuberkulose: Symptome und Diagnose

Hat der Erreger über einen Krankheitsherd die Möglichkeit, den Körper zu verlassen, spricht man von offener Tuberkulose. Diese Form ist infektiös. Übertragen wird die Tuberkulose meist aerogen, d. h. über die Luft, durch Tröpfcheninfektion. Beim Husten oder Niesen gelangen Erreger mit dem Sputum in die Luft, wo sich ein Aerosol bildet, das die Tuberkelbakterien transportiert. Das Mycobakterium tuberculosis kann stundenlang in der Luft überleben. Weitere Infektionswege wie die Aufnahme von Mycobakterien über die Nahrung (z. B. über die Milch infizierter Rinder) oder über die Haut sind relativ selten.

Die Inkubationszeit bei einer Infektion mit Tuberkuloseerregern kann einige Wochen bis Monate betragen. Das Erkrankungsrisiko nach einer Ansteckung beträgt bei gesunden Erwachsenen in der Regel ca. 5-10 %. In den ersten beiden Jahren ist die Gefahr einer Erkrankung am höchsten. Bei Kleinkindern ist die Inkubationszeit kürzer und das Erkrankungsrisiko höher.

Die Primärtuberkulose, d. h. das erste Stadium nach der Infektion, dauert ca. drei bis vier Wochen. In der Regel verläuft es symptomarm. Allgemeine Symptome können u. a. leicht erhöhte Körpertemperatur, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, Konzentrationsstörungen oder Appetitmangel sein. Zu diesen unspezifischen Krankheitsanzeichen kommen bei einer Lungentuberkulose respiratorische Beschwerden wie Husten, Atemnot oder Schmerzen im Bereich der Atemwege.

Meist kommt es nach diesem Frühstadium bei Menschen mit intaktem Immunsystem zur Abkapselung des Krankheitsherdes. Dadurch kommt die Krankheit zum Stillstand. Die vorhandenen Tuberkuloseerreger sind jedoch weiterhin lebens- und vermehrungsfähig. Im fortgeschrittenen Stadium einer Lungentuberkulose kommt es zu blutigem Auswurf beim Husten, im Schwerstfall droht ein Blutsturz.

Da im Grunde jedes Organ betroffen sein kann, sind die Symptome sehr vielfältig. Diese uncharakteristischen Krankheitszeichen machen die Tuberkulose zu einer teilweise sehr schwer diagnostizierbaren Krankheit. Auch bei eher harmlos erscheinenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn sie über einen längeren Zeitraum und aus nicht nachvollziehbaren Gründen andauern.

Der sicherste Weg der Diagnose ist ein positiver Erregernachweis z. B. im Sputum oder Bronchialsekret. Bei dieser Laboruntersuchung werden Kulturen angelegt, da ein mikroskopischer Nachweis nicht eindeutig ist. Dies ist jedoch nur bei offener Tuberkulose möglich. Ein negativer Laborbefund kann nicht als Ausschlusskriterium gelten, da es sich auch um eine geschlossene Tbc handeln kann. Auch bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Computertomografie (CT) und der sog. Tuberkulin-Test werden in der Diagnostik eingesetzt. (ah)

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