Tuberkulose
Informationen für Betroffene und Interessierte
Entstehung der Tuberkulose
Hervorgerufen wird die Tuberkulose in den meisten Fällen von Mycobacterium tuberculosis, einem aeroben und grampositiven Stäbchenbakterium, das sich vergleichsweise langsam teilt (ca. alle 20 Stunden) und unbeweglich ist. Diese Bakterien können im Körper jahrelang lebensfähig bleiben (sog. Persistenz). Der Erreger kann spontan oder auch durch eine Erkrankung reaktiviert werden. Diese Reaktivierung löst einen neuen Krankheitsschub aus. Tuberkulose zählt aus diesem Grund zu den chronischen Erkrankungen.
Zwei Krankheitsstadien können unterschieden werden:
Primäre Tuberkulose
Erkrankungen, die aus einer Erstinfektion mit Mycobacterium tuberculosis herrühren, werden als primäre Tuberkulose bezeichnet. Je nachdem, welches Organ zuerst betroffenen war (Primärherd), unterscheidet man die pulmonale Tuberkulose (Lunge und/oder Teile der Atemwege bis Kehlkopf sind betroffen) und die extrapulmonale Tuberkulose (Halslymphknoten, Darm, Haut sind betroffen). Die häufigste Form ist die Lungentuberkulose.
Postprimäre Tuberkulose
Unter diesem Begriff werden all jene Erkrankungen zusammengefasst, die durch die Ausbreitung der Tuberkulose-Bakterien im Körper verursacht werden. Dies tritt besonders bei Menschen mit geschwächter Immunabwehr auf. Eine postprimäre Tuberkulose kann sowohl direkt aus einer primären Tuberkulose (frühe Form) als auch aus bereits bestehenden Krankheitsherden entstehen (späte Form). Zu den frühen Formen zählen die Miliartuberkulose und die tuberkulöse Brust- und Rippenfellentzündung. Zu den späten Formen gehören u. a. die Knochen-, Gelenk- und Urogenitaltuberkulose.
Meist wird die Krankheit von Mensch zu Mensch übertragen. In den seltenen Fällen kann es jedoch auch zu einer Ansteckung über Rinder (Milch) oder andere infizierte Haustiere kommen. (ah)
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